Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätskinderklinik
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Teil 2: Die Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg und während der DDR-Zeit

Der Wiederbeginn der Klinischen Kinderheilkunde in Magdeburg war am 28.6.1945, als auf der Privat-Station der Frauenklinik des Krankenhauses Sudenburg die Säuglingsaufnahmestation und nachfolgend in einigen Räumen des Schwesternhauses Kinderzimmer eingerichtet wurden. 1948 übernahm Thoenes in der Halberstädter Straße 13 Villa und Park als Basis der wieder entstehenden Kinderklinik, wozu später eine Baracke für infektionskranke Kinder und das ehemalige Nachkriegshotel Bördehof für interne Schulkinder kamen. 1950 erhielt die Kinderklinik Gelände und Bauten von Jehovas Zeugen in der Wiener Straße zugewiesen. Im Gesellschaftshaus wurden die Säuglinge untergebracht, im Saal wurden zwei Boxenstationen eingerichtet. Das Städtische Kinderkrankenhaus wurde fortan in den Bereichen I und II mit insgesamt 426 Betten geführt. Thoenes war Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle und wurde 1953 auf den Lehrstuhl für Kinderheilkunde der Universität Rostock berufen.

 

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Neubeginn der Magdeburger Kinderklinik
in der Villa Halberstädter Straße 13

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Prof. Dr. Karl Nißler
(1908 - 1987), Mitglied des Gründungssenates der Medizinischen Akademie Magdeburg im Juli 1954

Sein Nachfolger wurde der aus Halle kommende Prof. Dr. Karl Ludwig Nißler (1908 - 1987) als Direktor des Städtischen Kinderkrankenhauses I und II. 1954 wurde Nißler Mitglied des Gründungssenates der Medizinischen Akademie Magdeburg und erster Ordinarius für Kinderheilkunde in Magdeburg. 1958 - 1962 war er Rektor der Medizinischen Akademie Magdeburg. Unter seiner Leitung, unterstützt durch die verdienstvolle Oberin Marlies Rudolph (1913 -1999) und Oberärztin Dr. Christel Juntke (1922 - 1984), entwickelte sich die Kinderklinik zur Hochschuleinrichtung. Erstmalig in Magdeburg wurden Neubauten für die Kinderklinik errichtet: Hörsaaltrakt, Küche und Heizhaus 1963, Ambulanz 1967, Frühgeborenenzentrum (80 Betten) 1972. Von 23 Ärzten wurden 424 Kinder klinisch und bis zu 100 000 Patienten ambulant versorgt sowie 10 Mütterberatungsstellen und 11 Kinderkrippen und Heime betreut. Forschungsschwerpunkte : Wasser- und Mineralhaushalt, Stoffwechselstörungen, Kinderbronchologie, Wachstum und Entwicklung, Klinische Genetik, Neonatologie. Während der Amtszeit von Karl Ludwig Nißler promovierten 60 Ärzte. Die Habilitation erreichten : G. Schreiter 1960 ; Wilhelm Thal (geb. 1933) 1968 ; Christel Juntke (1922 - 1984) 1970 ; Norbert Bannert (geb. 1934) 1973. Auf Initiative von Karl Ludwig Nißler wurde 1962 im Krankenhaus Südwest eine Städtische Kinderabteilung (Leitung: Dr. Erika Linke, geb. 1922) eingerichtet , deren Leitung 1964 an Dr. Fritz Meinhard (1931 - 1990) übertragen wurde.

Nach 20-jähriger Amtszeit ging Karl Ludwig Nißler in den Ruhestand und übergab die Einrichtung am 1.9.1973 an den aus Jena kommenden Prof. Dr. Horst Köditz (geb. 1931). 1974 wurde der seit 1958 in der Kinderklinik tätige Wilhelm Thal (geb 1933) als ordentlicher Professor für Kinderheilkunde auf den neu eingerichteten II. Lehrstuhl für Kinderheilkunde berufen und war seitdem ständiger Stellvertreter des Klinikdirektors.

Bei gleichbleibender Bausubstanz und sinkender Bettenzahl wurde die Klinik weiter profiliert: 1975 wurden vom Rektor folgende fachlich eigenverantwortliche Abteilungen bestätigt : Bronchopneumologie (W. Thal) ; Neonatologie ( Ch. Juntke , T. Abel , W. Lamme); Pädiatrische Hämatologie/Onkologie (U. Mittler). Weitere Abteilungen entstanden : Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechsel (N. Bannert), 1980 Gestaltungstherapie (D. Pietsch).

1985 betreute die Kinderklinik auf 12 Stationen in 285 Betten 3389 Kinder. Die Zahl der Mitarbeiter betrug 389, darunter 193 Schwestern. Die Leitung der Schwesternschaft hatte bis 1998 Dipl.Med.Päd. Jutta Ebert. Die Ambulanz (Leitung: K. Hentschel, K. Mohnike) hatte 6 Arbeitsplätze und 4 Infektionsboxen. Die Gesamtkonsultationen betrugen 71.524 in 31 Sprechstunden von 15 Spezialbereichen. Es wurden etabliert : Peritonealdialyse (D. Wiemann) Ultraschalltechnik (L. von Rohden ) sowie neuropädiatrische und sozialpädiatrische Aufgaben koordiniert (J. Gedschold).

1973 bis 1982 wurden 73 Diplom- und 25 Promotionsarbeiten zum Abschluss gebracht und mehr als 300 Beiträge publiziert. 1973 bis 1996 wurden auf nationalen und internationalen Tagungen mehr als 2000 Vorträge gehalten.

1981 wurde Norbert Bannert (geb. 1934 ) zum außerordentlichen Professor berufen. Mit dem Wissenschaftspreis (A. Schlossmann-Preis) der Gesellschaft für Pädiatrie der DDR wurden ausgezeichnet: W. Thal (1974); U. Mittler (1984 ) ; J. Hühnerbein (1985).

Die Promotion B bzw. Habilitation erreichten : Uwe Mittler (1982), Jürgen Hühnerbein (1984), Volker Steinbicker und Reinhard Szibor (1984), Jürgen Gedschold (1986) und Ludwig von Rohden (1989).

Forschungsschwerpunkte: Atemmechanik und Szintigrafie bei Früh- und Neugeborenen, Hyperreagibilität und Reinigungsfähigkeit des Bronchialbaumes, Mukoviszidose-Diagnostik und -Therapie, Tumorzytogenetik, Granulozytenfunktion, Infektanfälligkeit, Pränatale Diagnostik, Fehlbildungsmonitoring, Insulinrezeptoren, Wachstum und Ernährung. 1987 wurde H. Köditz Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher LEOPOLDINA .

Letzte Änderung: 27.07.2015 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Spezielle Arbeitsbereiche

Neben der Allgemeinen Pädiatrie, der Kinderintensivmedizin und des Perinatalzentrums (Level 1) befinden sich in der Universitäts- kinderklinik nachfolgende spezielle Arbeitsbereiche.

Hämatologie und OnkologieEndokrinologie und Stoffw.Exper. Pädiatrie / Neonatol.